Kleine Übersicht über die in Küstrin verwendeten Festungsbauten


Außenwerk
Ein zwischen Hauptumwallung und Glacis liegendes Werk, also beispielsweise ein Ravelin, ein Hornwerk oder eine Demi-lune.


Bankett
Schützenauftritt auf dem Wall.


Blockhaus
Meist am gedecktem Weg stehendes kleines Stein- oder Holzhaus, das zur Verteidigung mit Kanonen und Gewehren eingerichtet ist.


Bresche
Gewaltsam gerissene Lücke im Wall einer Festungsanlage mit dem Ziel, die Festung durch diese Lücke stürmen zu können.


Detachiertes Werk
Vorgeschobenes Werk, das im Gegensatz zu einem Außenwerk nicht mehr mit der Umwallung der Festung in Verbindung steht und deshalb für eine selbständige Kampfführung eingerichtet ist. In den Befestigungssystemen des 19. Jahrhunderts waren detachierte Werke von zentraler Bedeutung.


Eskarpe
Innere Mauer oder Böschung des Festungsgrabens. Hier befindet sich meist ebenfalls eine Galerie.


Face
Die dem Angreifer zugekehrten Seiten eines Werkes.


Fort
Selbständiges, vorgeschobenes Werk, das strategisch wichtige Orte im Vorfeld einer Festung sichert. In der alt- und neupreußischen Manier des 18. beziehungsweise 19. Jahrhunderts wurden Festungsstädte systematisch von Forts umgeben.


Gedeckter Weg
Breiter, auf der Kontereskarpe verlaufender Weg, der durch das ansteigende Glacis gegen Feindsicht gedeckt wird. In den Winkeln eines gedeckten Weges befanden sich üblicherweise Waffenplätze.


Graben
Erdvertiefung vor dem eigentlichen Festungswerk. Der Graben kann nass (mit Wasser gefüllt) oder trocken ausgeführt werden.


Grabenwehr
In die Kontereskarpe eingebaute Kasematte zur Bestreichung des Grabens.


Hohlgang
Unterirdischer Gang zur Verbindung der Werke untereinander.


Hohltraverse
Überdachter Unterstand quer zur Wallkrone, dient auch der sicheren Unterbringung von Munition oder dem sicheren Aufstellen einer Kanone.


Hornwerk
Eine in den Graben vorgeschobene bastionierte Front bezeichnet, die zu den Außenwerken einer frühneuzeitlichen Festung zählte. Es bestand aus zwei mit einer Kurtine verbundenen Halbbastionen, die durch lange Flanken eingefasst wurden. Der Kurtine konnte ein Ravelin vorgelegt sein. Vom Hornwerk zu unterscheiden ist das Kronwerk, welches sich aus mindestens zwei bastionierten Fronten zusammensetzte.


Kaponiere
Bastionsartig in den Graben hervorspringende Kasematte zur Bestreichung des Grabens. Durch die exponierte Stellung war die Kaponiere leichter zu zerstören als die Grabenwehr.


Kasematte
Früher auch Mordgrube genannt. Schußsicherer Raum in einer Festung, entweder unter der Erde, im Wall oder in besonders sicheren Gebäuden.


Lünette
Eigenständiges Werk, dessen Grundriss dem einer Bastion ähnelt. Die Bezeichnung Lünette wird mitunter fälschlicherweise als Synonym für Demi-lune verwendet.


Minengang
Von der Kontereskarpe abzweigender Gang, von denen aus Sprengsätze unter dem angreifenden Feind gezündet werden können.


Neupreußische Befestigungsmanier
Neuartige preußische Methode zur Anlage von Festungssystemen im 19. Jahrhundert im Polygonalsystem.


Panzerung
Im 19. Jahrhundert aufkommender Schutz von Werken durch Formteile aus Hartguss und später aus legiertem Gussstahl.


Ravelin
Im Graben vor einer Kurtine errichtetes selbstständiges Werk mit drei- oder fünfeckigem Grundriss, das niedriger als die benachbarten Bastionen ist.


Reduit
Rückzugswerk, das üblicherweise innerhalb eines anderen Werkes errichtet wurde und nach dessen Erstürmung einen letzten Widerstandskern bildete.


Scharte
Maueröffnung, durch die heraus eine Schusswaffe geführt werden kann. Beim Nichtgebrauch wird die Scharte mit einem Verschluß gesichert.


Schleifung
Die Beseitigung durch Abtragen, Einebnen oder Niederreißen von Gebäuden, insbesondere von Befestigungsanlagen. Im 19. Jahrhundert wurden viele der veralteten Festungen geschleift, um den wachsenden Städten mehr Raum in der Fläche verschaffen zu können. Meist wurden die Flächen, auf denen sich die Befestigungsanlagen befanden, als Park- und Grünflachen genutzt.
Auch heute können die Umrisse der alten Wallanlagen anhand von Karten aufgezeigt werden.


Waffenplatz
Auch „Place d'Armes" genannt. Üblicherweise in einem Winkel des gedeckten Weges befindlicher Sammelplatz für Truppen vor einem Ausfall