Die rasante Entwicklung der Angriffstechniken im späten 19.Jh ließen den Wert der alten Befestigungsanlagen schnell schwinden. Das verwendete Ziegelmauerwerk konnte den neuen Geschossen nicht mehr widerstehen. Durch den zunehmenden Einsatz von Fesselballons zur Aufklärung konnte diese Anlage schnell entdeckt werden, was die völlige Zerstörung der Befestigungen im Fall einer förmlichen Belagerung bedeutete. Lediglich die schwache artilleristische Ausstattung der russischen Armee im Jahr 1914 konnte die Annahme rechtfertigen, daß die im Osten des deutschen Reiches belassenen Festungswerke dem eigenen Heer als Abwehrstellung dienen können. Im Zuge der Brisanzgranatenkrise in den 80er Jahren des 19.Jh. wurde die Artillerie der Forts zunehmend von den Hochwällen in die Anschlußbatterien außerhalb des Fort verlegt. Diese Räume mußten durch die Infanterie geschützt werden. Dies führte zur Entwicklung deutlich kleinerer, ihrer natürlichen Umgebung besser angepasste und im Gelände verteilten Befestigungen, die die Aufgaben der großen Artillerieforts übernahmen. Die Verteidigung durch den Raum war das nun vorherrschende Prinzip, an Stelle der Konzentration in großen Anlagen. So plante man in den 90er Jahren des 19.Jh den bestehenden Fortgürtel durch kleine Zwischenfeldbauten zu verstärken.

Da die Festung aber weit von der Grenze entfernt lag, wurde kaum eines der erarbeiteten Konzepte in Friedenszeiten verwirklicht. Man beschränkte sich weitestgehend auf die Planung und Lagerung von Baumaterial. Einige Objekte wurden 1913 nach der großen Militärvorlage vom Frühjahr 1913 erbaut, wofür die hochwertige Ausführung der Maurerarbeiten spricht. Die eigentlichen, umfangreichen Bauarbeiten begannen jedoch erst während der Mobilmachung 1914. So wurden etwa 30 Infanterieunterstände mit Munitionsdepots errichtet und die Forts Tschernow und Säpzig wurden integraler Bestandteil von 7 auf diese Weise entstandenen Werkgruppen. Der Bau der Infanterieunterstände dauerte bis zur Schlacht bei Tannenberg (26.-30.08.1914) und dem Rückzug der russischen Truppen aus Ostpreußen an und wurde danach eingestellt. So ist noch ein halbfertiger Bau vorhanden, der besichtigt werden kann. Nach 1945 wurden viele Infanterieunterstände und Munitionsdepots wieder ausgegraben und zwischenzeitlich zivil genutzt, einige dienten der Baustoffgewinnung oder wurde durch Sprengung zerstört. Dabei wurden die verzinkten Wellbleche und Metallteile ausgebaut. Noch heute kann man auf vielen Bauernhöfen in der Umgebung die verzinkten Wellbleche sehen, die gern als Schuppen oder Dachelemente verwendet werden. Leider hält die Zerstörung und Vermüllung dieser Anlagen weiter an.