Die Lünetten gehörten zu den kleineren Werken, von denen jede eine Geschützbatterie mit etwa 6 Kanonen und eine Infanteriekompanie beherbergen konnte. Dennoch schützen Sie gemeinsam mit den älteren Flügellünetten der Oderuferbefestigung ein beträchtliches Areal auf der Oderinsel, welches genug Raum für den Lagerplatz und die Vorräte eines starken Armeekorps bot.

Durch die begrenzte Fläche ergaben sich für die Festung grundlegende Nachteile. Zwar konnte der Oderübergang für feindliche Truppen gesperrt werden, es fehlte der Festung jedoch die Möglichkeit stärkere Truppenverbände zu stationieren um so aktiv ins Kampfgeschehen einzugreifen. Die Ausdehnung war wegen der Flüsse und Überschwemmungsgebiete nicht möglich. Eine wirksame Isolation der Küstriner Festung hatte bewiesen, daß nur solche festen Plätze den Verlauf von Kriegshandlungen beeinflussen konnten, welche groß genug waren, so große Truppen zu versorgen, die zu eigenständigen Handlungen im Felde fähig waren.
Daher plante man 1845 die Festung im Kriegsfall durch eine Kette von vorgeschobenen provisorischen Erdschanzen zu umgeben. Diese sollten ein Gebiet schützen, welches groß genug für den Lagerplatz und Vorräte einer Armee war. Auf dem Brückenkopf hinter der Odervorflut sollten feste, mit einigen gemauerten

Entwurfsplanung der Lünetten um 1845. Die später gebaute Eisenbahnverbindung wurde die Planung bereits mit einbezogen

Konstruktionen versehene Schanzen aufgeworfen werden. Dort sind 1860-63, parallel zum Bau der ersten Eisenbahnsicherungen, drei mit gemauerten Reduits, kleinen Pulverräumen und Abschnitten der Schartenmauern versehene Forts entstanden: die Lünetten B, C, D. Der Bau der rund 1km südlich der Lünette C projektierten Lünette A wurde nicht ausgeführt. Die Bauwerksbezeichnungen wurden allerdings belassen.
Diese sparsamen Konstruktionen pflegte man in der "neupreussischen Schule" als die dem förmlichen Angriff nicht ausgesetzten Forts zu bezeichnen. Es hieß, dass die Geländegegebenheiten (Grund - und Oberflächengewässer) die Aufschüttung der Belagerungsbatterien erschwerten und die Anlage der Minen unter den Werkteilen gar unmöglich machten.
Die breiten, nassen Festungsgräben machten zusätzliche Anlagen zur Sturmfreiheit überflüssig. Lediglich die Lünette C hat zwei Gewehrkaponieren erhalten.

Die Lünetten wurden Anfang des 20.Jh nicht mehr militärisch genutzt. Sie blieben jedoch noch Teil der militärischen Planung und wurden in den Abwehrkämpfen 1945 als Stellungen benutzt, wodurch die Lünetten B und D durch Feindbeschuß erhebliche Zerstörungen erlitten. Nach dem Krieg dienten diese und die Blockhäuser der Eisenbahnsicherung als Steinbruch.